Die Weinlese 2026 ist geschafft.
Alle Trauben sind im Keller und damit liegt eine intensive, aber auch sehr schöne Lese hinter uns.
In diesem Jahr hat sich vieles etwas früher entwickelt. Der Sommer war heiß und trocken, es hat lange kaum geregnet und die Beeren sind entsprechend klein geblieben. Umso mehr hat es uns selbst überrascht, wie gut die Weinberge insgesamt mit dem Trockenstress zurechtgekommen sind. Die Rebe ist eben doch ein erstaunlich widerstandsfähiges Gewächs.
Als im August dann doch noch etwas Regen kam, waren wir zunächst etwas angespannt. Nach der langen Trockenheit war unsere Sorge, dass sich die kleinen Beeren plötzlich mit Wasser vollsaugen und aufplatzen könnten.
Am Ende schien der Regen den Weinbergen aber genau im richtigen Moment noch einmal gutzutun. Die Reben konnten noch einmal Kraft sammeln und die Reife verlief etwas langsamer und ausgeglichener. Die Trauben hatten dadurch etwas mehr Zeit, ihre Aromen weiterzuentwickeln und gleichzeitig ihre frische Säure zu bewahren.
Danach folgte sehr stabiles, trockenes Wetter. Selbst Beeren, die durch den Regen leicht angerissen waren, begannen nicht zu faulen, sondern trockneten langsam ein. Die Trauben wurden dadurch noch konzentrierter, nicht nur im Zucker, sondern vor allem auch in Geschmack und Aromatik, und behielten gleichzeitig eine schöne Frische.
So konnten wir bereits am 25. August mit der Lese beginnen, deutlich früher als in vielen anderen Jahren. Aber nicht so früh, wie wir uns selbst in wilden Vermutungen einige Wochen vorher schon prophezeit hatten.
Wann wir welche Parzelle lesen, entscheiden wir dabei nicht allein anhand des Zuckergehalts. Wir probieren die Trauben direkt im Weinberg und schauen, wie sich Frucht, Säure und Aromen entwickeln. Auch Schale und Kerne geben uns wichtige Hinweise. Oft sind es nur wenige Tage, die am Ende einen Unterschied machen.
Auch unser Vorarbeiter Gerard war von der Qualität der Trauben begeistert. Und noch etwas ist ihm während der Lese aufgefallen: Die Gummistiefel konnten dieses Jahr tatsächlich die ganze Zeit im Schrank bleiben.
Die Lese selbst war dabei gar nicht unbedingt schneller als im vergangenen Jahr. Sie hat einfach früher begonnen. Und so standen wir bereits Ende September mit der letzten Fuhre Trauben auf dem Hof.
Jetzt sind alle Trauben im Keller und die nächste Phase beginnt. Die ersten Moste gären bereits und nach und nach zeigt sich, was der Jahrgang 2026 mitbringt. Jetzt geben wir den Weinen die nötige Zeit und begleiten sie aufmerksam durch die kommenden Wochen.
Und vielleicht ist jetzt genau die richtige Zeit für unsere persönlichen Herbstfavoriten.
Sechs Weine, die wunderbar zur saisonalen Küche passen:
von frischen, mineralischen Weißweinen bis zu kräftigen Rotweinen für lange Herbstabende